Ich kenne ausser einzelnen Wyrdliedern eigentlich nichts vom Herren Kalliola, aber trotzdem beschleicht mich angesichts dieses Ausschnitts der Verdacht, dass es sich bei ihm um einen wirklich talentierten Musiker handelt. Bei Rutonkantaja pendelt die Stimmung immer wieder zwischen melancholisch-schön ("To The Gallows") und räudig-aggressiv ("Epäluoma"). Obwohl eigentlich jedes Lied wirklich sehr gut ist, toppt das fast 15-minütige "The Ghost Of Lake Neros" alles auf "Nature Mysticism". Herrlich, wie sich die Stimmung entfaltet, schön wie man aufgrund der positiven Monotonie in diesem Lied versinken kann... Wirklich sehr gelungen. Irgendwie wirkt es fast unaufgeregt, entspannt – wobei das natürlich irgendwie nicht unbedingt förderlich anmutet. Aber es strahlt halt einfach Ruhe aus. Wie das Sitzen an einem finnischen See in einer Hütte bei Regen – ruhig, entspannend, schön, aber nicht im klassischen Sinne komfortabel (wobei das natürlich eine Frage der Definition von "Hütte" ist, aber dies sei jetzt mal dahingestellt – ich denke an eine wie auf dem Rückcover dargestellt). Gerade wenn man denkt, dass sich das Riff totgelaufen hat, dann kommt der kurze Klargesang! Was ein Einsatz, auch der des Instruments danach, obwohl ich das leider nicht ganz zuordnen kann. Klingt aber auf jeden Fall gut. Achso, noch ein kurzes Wort zur Produktion: Passend! Authentisch, nur leider fehlt ein bisschen Druck. Der Musik wird sie aber auf jeden Fall gerecht.
Summa summarum: "Nature Mysticism" überzeugt voll und ganz! Wenn ich es selbst irgendwo hören würde und es nicht hätte, ich würde es kaufen. Ich weiss nicht, ob die Auflage limitiert ist, aber auf jeden Fall sollte man schon zugreifen: Atmosphärischer Black Metal, der seine Atmosphäre allein durch Riffs schafft und dazu keine Keyboardteppiche oder Samples braucht. Sauber!
Albuminfo
Punkte |
4/5 |
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Label |
Alles Stenar |
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Veröffentlichung |
2/2011 |
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Format |
CD |
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Land |
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Genre |
Black Metal |