Stets auf der Schwebe zwischen Suizid und letztem entschwindenden Lebensmut malträtiert sich Magnus Wohlfart, Stammesvater und einziges Kreativorgan von Nae’blis, durch seine vier neuen kompositorischen Monumente. Stets über zehn Minuten lang bauen die epochalen Arrangements eine selbst zerstörerische Stimmung auf, die sonst unbändigen Lebensmut durch fiesdramatische Gitarrensalven und dezente Tastenstreicheleinheiten zum Erlegen bringen. Mehrstimmige Schleppraffeleien und primitiver, weit entfernter Hall-Kreischgesang sowie unergründlich tief schürfende Melodiefolgen reissen längst verheilt geglaubte Wunden rücksichtslos wieder auf. Die verstörende Dramatik unbändiger Inszenierungen des schieren Abgrunds wirkt verstanden umgesetzt und hüllt die eigentliche Einfachheit der musikalischen Elemente in unbedeutendes Schweigen. Wenn Doom und Black Metal sich ihre frostige Hand reichen, muss ein der Skizzen der Realität ähnliches Bild entstehen. Ergänzen dramatische Pianofiguren eine solch irritierende Karikatur, entsteht das, was gemeinhin als Meisterwerk tituliert wird.
Nur selten lässt eine leicht grelle tonale Übermacht vermuten, dass seitens des Regelschiebers dezent lückenhaft gearbeitet wurde, doch nie hätte solch ein Umstand in einer Rezension Erwähnung finden können, wäre nicht alles andere so bodenlos stimmig. So bleibt dem ehrfürchtigen Schreibgelehrten nur noch ein Wort der Empfehlung, um anderen Verehrern gottentrückter Künste im Stile von Forgotten Tomb, Nyktalgia und Shining die Welt von Nae’blis zu eröffnen: Kaufen!
Albuminfo
Punkte |
4/5 |
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Label |
Northern Silence Productions |
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Veröffentlichung |
4/2007 |
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Format |
CD |
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Land |
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Genre |
Black Metal |