Das dritte Menü der Finnen besteht aus hypnotischem, total zermürbendem Doom. Psychedelische Beilagen und mystischen Gewürzen komplettiert das obskure Gericht. Die drei Gilden Köche gehen äusserst minimalistisch zu Werke, verstehen es aber mit den wenigen Mitteln das Raum-/Zeitkontinuum neu zu definieren. Eine unglaubliche Dichte scheint den Konsumenten beinahe im Vakuum der Schwerelosigkeit völlig zu erdrücken. Todesblei, den viele Kollegen als gemächlichen Hauptgang verwenden, kommt hier gerade Mal als Vorspeise auf den Teller. Auch werden Zwiebeln nicht mit einer gehörigen Brutalität klein gehackt, nein in möglichst grossen Stücken entfaltet das Knollengewächs eine viel intensivere Wirkung. Wer Doom-Gerichte bisher nur von anderen Spitzenköchen à la My Dying Bride, Solitude Aeternus, Cathedral oder Candlemass serviert bekam, sollte zur Abwechslung einmal etwas Neues ausprobieren.
Einzigartig, monoton, verstörend: eine wahrlich köstliche Henkersmalzeit, obwohl der eine oder andere Gang das sonst so hohe Niveau nicht ganz halten kann. Es sei geraten beim nächsten Aufsuchen eines Restaurants, die Speisekarte nach dem Menü "Voidwards" zu durchforsten. Ich wünsche guten Appetit und mögen euch die Bissen nicht im Halse stecken bleiben.
Albuminfo
Punkte |
4/5 |
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Label |
Wounded Love Records / Avantgarde Music |
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Veröffentlichung |
7/2006 |
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Format |
CD |
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Land |
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Genre |
Doom Metal |